5 Tipps für einen erfolgreichen Bewerbermanagement Prozess

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Als Personaler oder Recruiter bist du Repräsentant für dein Unternehmen im Bewerbermanagement Prozess. Du bist die Schnittstelle zwischen dem Kandidaten und dem Fachbereich. 

Aussagen von Bewerbern wie “Wenn da alles so läuft wie im Bewerbungsprozess, will ich da nicht arbeiten.” können vermieden werden. Hier geht’s zu den 5 Tipps!

Inhalt

Bewerbermanagement Prozess: Ablauf

Die Durchführung des Bewerbungsprozesses ist die Hauptaufgabe im Bewerbermanagement. Dabei beginnst du mit der Ausschreibung und Streuung der Stelle, fährst mit der Bearbeitung der Bewerbung fort und begleitest den kompletten Prozess bis zur Einstellung.

Mehr zum Thema Bewerbermanagement und der grundsätzlichen Aufgabe, die dahinter steckt, sowie Systeme und Software, die dabei unterstützen können.

Einen detaillierten Ablauf, an dem du dich orientieren kannst, haben wir dir hier zusammengefasst:

Prozess des Bewerbermanagements

Natürlich ist der Bewerbungsprozess bei vielen Unternehmen individuell angepasst. Er wird durch Probetage, Skype-Gespräche oder Assessment Center ergänzt. 

Auch die Beteiligten können von Unternehmen zu Unternehmen variieren. Mögliche Beteiligte sind:

  • Bewerber
  • Recruiter oder Personaler
  • Ansprechpartner aus den Abteilungen
  • Kollegen
  • Chefs oder Teamleiter

Überzeugte Bewerber generieren: 5 Tipps ✓

Karriereseite in den Vordergrund rücken

Die Karriereseite macht normalerweise einen der ersten Kontaktpunkte aus – zumindest wenn ein Kandidat direkt auf der Suche nach deinem Unternehmen ist. Immer wieder kommt es dabei vor, dass die Karriereseite und das Stellenportal auf der Webseite schwer zu finden sind.

Vor allem im E-Commerce-Bereich gibt es dieses Problem, da dort die Webseite voll auf die Zielgruppe der Endkunden ausgerichtet ist. Bewerber müssen häufig lange Suchen bis sie die Karriereseite im Footer der Webseite oder versteckt unter dem Menüpunkt „Unternehmen“ entdecken.

Bei Lufthansa beispielsweise gelangen Nutzer nach einer schnellen Google-Suche und Klick auf das oberste Suchergebnis zu deren Webseite, die mit der Flugsuche startet. Zur Karriereseite gelangt man nicht über das aufklappbare, umfangreiche Menü, sondern lediglich über den Footer.

Webseitenmenü der Seite Lufthansa
Quelle: Lufthansa

Umsetzung:

Auch wenn etwas anderes im Fokus stehen soll – wie bei Lufthansa die Flugsuche – muss der Link zu den freien Jobs und der Karriereseite auf der Startseite im Menü zu finden sein.

Klare und einfache Stellenanzeige & Bewerbungsformular

Copy & Paste – hast du auch schon oft den Standardtext von einer Stellenanzeige in die Nächste kopiert? Junior und Senior macht keinen Unterschied und Bereich und Aufgaben sind ja sowieso die Gleichen?

Detaillierte und konkrete Informationen können bei einer Stellenanzeige erfolgsentscheidend sein. Können sich Bewerber nichts unter den Aufgaben vorstellen oder besteht die Beschreibung des Unternehmens aus Floskeln zur Arbeitskultur und den Werten, werden sie sich auch nicht bewerben.

Genauso können ein kompliziertes Bewerbungsformular oder technische Probleme zu Abbrüchen von Bewerbungen führen. Henner Knabenreich analysiert auf seinem Blog personalmarketing2null den Bewerbungsprozess und vor allem die Usability der IKEA-Webseite und kritisiert die Vielfalt der Stolperfallen:

  • niedrige Auffindbarkeit der Karriereseite
  • komplizierte Filtermöglichkeiten
  • leere Employer-Branding-Phrasen
  • versteckter “Bewerben”-Button

Umsetzung:

  • Multiposting zum schnellen Verteilen der Stellenanzeige
  • Begriffe, die zum Unternehmen passen, nutzen
  • keine Floskeln
  • wenige Schritte bei der Erstellung der Bewerbung
  • Login-Möglichkeit per Google-, LinkedIn- oder XING-Account
  • Stellenanzeigen mit dem jeweiligen Team entwickeln, um konkrete Informationen bereitstellen zu können

Schnelligkeit: Kurze Reaktionszeiten

Dieser Punkt sollte ganz oben auf der Verbesserungsliste stehen. Ein gutes Bewerbermanagement hängt maßgeblich von der Geschwindigkeit ab.

Da die meisten Kandidaten – aber vor allem auch Jüngere – heute gewöhnt sind, vernetzt und immer erreichbar zu sein, wird das eben auch verstärkt von Unternehmen erwartet.

Eine schnelle Rückmeldung auf die Bewerbung und ein Gespräch in der ersten oder zweiten Woche bedeuten aus der Perspektive der Kandidaten einen exzellenten Start in den Bewerbungsprozess.

Umsetzung:

  • automatisierte Eingangsbestätigung als Minimum ist Pflicht
  • regelmäßige Kommunikation mit dem Bewerber verkürzt die Wartezeit
  • Möglichkeiten anbieten, sich regelmäßig über den Stand zu informieren oder sich selbst einzuloggen und über ein Portal informieren zu können
  • Fragebögen und Bewertungsformular vorbereiten, um eine schnelle Entscheidung voranzutreiben
  • Nutzung eines Bewerbermanagementsystems, das die Prozessgeschwindigkeit und Effizienz erhöht

Arbeitgeberpräsentation: Warum arbeiten wir hier?

Im Bewerbungsgespräch muss nicht nur der Kandidat von sich überzeugen, sondern auch der Arbeitgeber sollte sich von seiner besten Seite zeigen. Denn auch als Unternehmen bewirbt man sich für einen qualifizierten neuen Mitarbeiter.

  • Warum ist das Unternehmen genau das Richtige für den Kandidaten?
  • Warum kann er genau hier seine beruflichen Ziele erreichen?
  • Weshalb gehen Mitarbeiter des Unternehmens gerne zur Arbeit?

Das sind Fragen, auf die du dich im Vorhinein vorbereiten solltest und individuell für den jeweiligen Bewerber beantworten solltest.

Umsetzung:

  • Bereite die Arbeitgeberpräsentation individuell für den Bewerber vor
  • Sammle deine Trümpfe – vor allem, wenn es sich bereits um das letzte Gespräch handelt und das Interesse am Kandidaten hoch ist, aber auch davor schon
  • Überlege dir, was motiviert dich selbst an deinem Job und Arbeitgeber

Transparenz in Zeiten von Corona

Als letztes möchten wir noch einmal auf die aktuelle Situation eingehen, da besonders jetzt allgemeine Tipps nicht immer weiterhelfen, wenn du dich fragst, was kann ich während Corona tun, um in meinem Recruiting eine passende Candidate Experience anzubieten.

Die Antwort lautet: Transparent sein!

Von 60.170 offenen Jobs in Deutschland auf der Jobbörse Stepstone (Stand: 12.08.2020) befindet sich der Suchbegriff “Corona” in nur 873 der Stellen. Und hier sind die Jobs noch eingerechnet, die zum Beispiel für eine Corona-Teststation ausgeschrieben sind.

Das bedeutet also, dass sogar unter 1,5% der Stellenanzeigen über den Umgang mit Corona während des Bewerbungsprozesses aufklären oder das Thema ansprechen.

Woher soll ein Bewerber wissen, ob gerade rekrutiert wird und ob er sich für seine Bewerbung völlig unnötig Mühe gibt? Wichtig ist, deutlich zu machen, dass derzeit eingestellt wird und Corona dem Kandidaten bei einer Absage nicht als Ausrede angegeben wird.

Wie kannst du also während Corona zu deiner Recruiting-Aktivität informieren?

Umsetzung:

  • Hinweis im Einstiegstext der Stellenanzeige (nicht im Titel) über weitere Aktivität im Recruiting
  • Anpassungen zum Bewerbungsprozess auf der Karriereseite und bei jeder Stellenanzeige zum Beispiel in Jobbörsen beschreiben
    • Voraussetzungen zum Equipment
    • Hinweise über eine mögliche verlängerte Dauer des Bewerbungsprozesses
  • Info über Homeoffice-Möglichkeit und Ablauf eines Onboardings
  • Hygieneinformationen und Schutz der Gesundheit
  • In allen Schritten des Bewerbungsprozesses offen und transparent agieren.

Key Takeaways

Der Bewerbermanagement Prozess ist in vielen Unternehmen vielstufig ausgebaut und integriert nicht nur mehrere Beteiligte, sondern auch deren Anforderungen.
Den wichtigsten Punkt macht die Schnelligkeit und Effizienz des Bewerbungsprozesses für Bewerber aus. Nichts führt häufiger zu schlechten Erfahrungen als eine lange Wartezeit.
Unter dem Stichwort Candidate Experience gibt es viele weitere Methoden, die dir helfen können, dich in den Bewerber hineinzuversetzen. 

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